Es gibt Alternativen zu Aktien

Das Jahr 2019 war ein starkes Anlagejahr – aber nicht nur für Aktien. Auch im Ausblick spricht viel für ein breit abgestütztes Portfolio.

2019 war ein ausgezeichnetes Aktienjahr. Die Renditen der grossen Leitindizes lagen zwischen 16 (Grossbritannien) und über 30 Prozent (Schweiz). Selbstverständlich war diese Rallye nicht: Die wirtschaftlichen Vorlaufindikatoren zeigten zum Jahresende deutlich tiefere Werte an als noch zu Beginn des Jahres 2019. Der wichtigste Vorlaufindikator für die amerikanische Wirtschaft beispielsweise, der ISM Manufacturing Index, deutet mit 47,2 Punkten im Dezember 2019 weiterhin auf eine schrumpfende Industrie. Ein Jahr zuvor lag dieser noch bei hohen 58,8 Punkten. Verschiedene politische Auseinandersetzungen – die Diskussionen rund um den Brexit oder der amerikanisch-chinesische Handelsstreit – hatten zwar kurzfristig Auswirkungen, blieben in der Summe dann aber doch bedeutungslos für die Aktienpreisentwicklung.

Noch in jeder Rezession sind die Aktienpreise gefallen, unabhängig des Zinsniveaus.

Nicht nur Aktien zahlen sich aus

Schnell kommt man dann zum Schluss, dass dies daran liegt, dass es für Anleger mittlerweile «keine Alternative zu Aktien» mehr gibt und dass darum die Aktienpreise schon fast zwingend ansteigen. Ist dem aber so? Natürlich sind Aktien in der langen Frist ein wichtiger Teil eines ausgewogenen Portfolios. Zwei Punkte gilt es aber zu bedenken.

Zuerst einmal gelten gewisse Treiber von Aktien auch für andere Anlageklassen. 2019 hat dies schön aufgezeigt. Der Wert verschiedenster Anlagen steigt, wenn Zinsen fallen. Davon speziell profitieren konnten letztes Jahr die Obligationen aus Schwellenländern. Eine Kombination aus sich abwertendem Dollar und solider Wirtschaftsleistung sorgte dafür, dass diese ebenfalls eine zweistellige Rendite aufwiesen. Dank tieferen Zinsen stiegen aber auch die Bewertungen von Immobilienfonds in der Schweiz, obwohl deren Preise bereits zu Jahresbeginn im historischen Vergleich hoch lagen. Im Jahresvergleich gewannen sie um fast 21 Prozent an Wert. Bei beiden erwähnten Anlageklassen sind aber nicht nur die Wertsteigerungen zu beachten, befinden sich doch die Coupons der Schwellenlandanleihen und die Ausschüttungsrenditen von Immobilienfonds mindestens auf Augenhöhe mit den Ausschüttungen von Aktiengesellschaften.

Wenn nicht zu investieren eine bessere Alternative ist

Wichtig ist aber auch, an Zeiten mit grösseren Marktturbulenzen zu denken. In solchen Zeiten scheint es umso wichtiger, sich den Alternativen von Aktien bewusst zu sein. Noch in jeder Rezession sind die Aktienpreise gefallen, unabhängig des Zinsniveaus. Zu unsicher werden die Gewinnerwartungen der Unternehmen, die Vorteile von tieferen Zinsen werden zweitrangig. Für eine kurze Zeit kann es sich sogar lohnen, Cash zu halten, anstatt in Aktien zu investieren. Und natürlich sind auch Anlagen attraktiv, welche in Krisenzeiten als besonders sicher gelten, wie zum Beispiel Gold. Soweit sind wir aber noch nicht. Für das Jahr 2020 rechnen wir vorläufig mit stabilen Wachstumsraten. Es gibt aber genügend Gefahrenherde, die eine gewisse Vorsicht rechtfertigen lassen. Ein breit abgestütztes Portfolio empfiehlt sich darum weiterhin.

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