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Marktentwicklung - Coronavirus zieht weitere Kreise

Der Ausbruch des Coronavirus zieht weitere Kreise. Erste Gewinnwarnungen von Unternehmen bestätigen unsere Befürchtungen, dass die teilweise Stilllegung der chinesischen Wirtschaft weltweit zu erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen führen wird.

Diese Risiken, die wir im vergangenen Freitag publizierten Anlagekompass betonten, haben sich nochmals verschärft. Der jüngste Verlauf der Coronavirus-Epidemie macht deutlich, dass mit grösseren Einschränkungen der Wirtschaft auch in Volkswirtschaften ausserhalb Chinas zu rechnen ist. Zu denken ist hier aktuell in erster Linie an Südkorea und Italien; weiterhin besteht aber die Gefahr, dass andere Länder ebenfalls betroffen sein werden.

Damit ist das Risiko einer Rezession der Weltwirtschaft weiter angestiegen. Weitere drastischen Massnahmen der Regierungen und die Verunsicherung von Unternehmen und Konsumenten können zu tieferen Investitionen und ausbleibendem Konsum führen. Je länger die Unsicherheiten andauern, umso grösser ist auch die Gefahr, dass bereits stark verschuldete Unternehmen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. 

Weitere Reduktion der Portfoliorisiken

Im Januar hatten wir aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus in China in den uns anvertrauten Portfolios die Aktienpositionen leicht reduziert. Der Einbruch der weltweiten Aktienmärkte zu Beginn der Woche hat aufgezeigt, dass diese vorsichtige Haltung gerechtfertigt ist.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen nehmen wir nun eine weitere Risikoreduktion in unseren Portfolios vor. Einerseits senken wir unsere Aktienquote, indem wir unser Engagement in Schwellenländern und Europa leicht reduzieren. Mit einem beträchtlichen Anteil an Industriefirmen mit global vernetzten Produktionsketten sind diese Aktienmärkte besonders anfällig.

Das Portfoliorisiko vermindern wir andererseits mit dem Aufbau von sicheren Anlagen. Im Verlauf des vergangenen Jahres stockten wir bereits unsere Positionen in Gold und japanischen Yen auf. Diese haben in den letzten Tagen an Wert zulegen und damit zu einer ausgewogenen Wertentwicklung der Portfolios beitragen können. Auch sichere Staatsanleihen eignen sich als Absicherung im Portfolio. Wir haben deshalb entschieden, die freigewordenen Mittel aus dem Aktienverkauf in weltweite Obligationen zu investieren. Um damit keine zusätzlichen Fremdwährungsrisiken aufzubauen, werden diese gegenüber dem Schweizer Franken abgesichert. 

Der Ausblick bleibt von grosser Unsicherheit geprägt. Noch ist es möglich, dass es zu einem nur kurzfristigen Einbruch der Konjunkturentwicklung kommt. Die Möglichkeit, dass der Ausbruch des Coronavirus zu schwerer wiegenden wirtschaftlichen Folgen führt, rechtfertigt aus unserer Sicht aber eine vorsichtige Haltung.