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Erstellt am 18.09.2019

Verwaltungsgebühren und andere Kosten im Griff haben

Mit Geldanlagen können sich attraktive Renditechancen eröffnen. Sie verursachen aber auch Kosten, da Sie als Anleger auf Dienstleistungen verschiedener Akteure angewiesen sind. Die Höhe dieser Kosten kann sich von Anbieter zu Anbieter sehr stark unterscheiden und einen Einfluss auf Ihre Rendite haben. Deshalb lohnt sich bei der Auswahl von Geldanlage und Anbietern ein genauer Blick auf die Kosten. Wer weiss, auf welche Kennzahlen er schauen muss, kann diese meist ohne grossen Aufwand selbst vergleichen.

Gebühren im Wertschriftenhandel: Depotgebühren, Courtagen, Umsatz- und -Börsenabgabe

Wer Teile seines Vermögens in der Schweiz in Wertschriften anlegen will, muss dafür bezahlen. Folgende Gebühren fallen in der Regel an:

Verwaltungsgebühren und Depotgebühren

In einem Depot können Aktien, Obligationen und eine ganze Reihe weiterer Wertschriften verwaltet werden. Für diese Leistung bezahlen Sie eine Depotgebühr. Die Funktionsweise ist ähnlich wie bei einem regulären Bankkonto zur Verwaltung Ihres Geldes. Wie bei einem Bankkonto fällt auch bei einem Depot meist eine jährliche Verwaltungsgebühr an.

Courtage

Beim Kauf oder Verkauf von Wertschriften bezahlen Sie dafür zusätzlich jeweils eine Courtage. Das ist eine Gebühr, die Ihre Bank für die Abwicklung der Transaktion erhebt. Die Höhe der Courtage variiert je nach Auftragsgrösse und ist zudem vom Börsenplatz abhängig, an dem die Wertschriften, die Sie kaufen oder verkaufen, gehandelt werden.

Weitere Kosten (Umsatz- und Börsenabgabe)

Bei Abschlüssen an der Schweizer Börse ist die Eidgenössische Umsatzabgabe unumgänglich. Für den Käufer bzw. Verkäufer des Wertpapiers beträgt diese sogenannte Stempelsteuer 0,075% des Transaktionswertes für inländische und 0,15% für ausländische Wertpapiere. Ferner belasten die Börsen den Banken und Brokern Börsengebühren. Die meisten Anbieter verrechnen Umsatzabgabe und Börsengebühren den Anlagekunden weiter. Nur bei ganz wenigen sind diese bereits in der Courtage enthalten. Pauschal kann festgehalten werden, dass diese beiden Gebühren in der Regel kaum ins Gewicht fallen.

Je nach Anbieter können die Gebühren für Depotführung und Courtagen stark variieren. Schweizer Anbieter von Finanzdienstleistungen stellen Angaben zu den Kosten Ihrer Dienstleistungen auch online zur Verfügung. Ein Vergleich der Kosten lohnt sich vor jeder Entscheidung zur Geldanlage.

Die Grafik gibt eine Übersicht über die Gebühren von Wertschrift- und Fondsanlagen. Wertschriften mit Verwaltungs- und Depotgebühren, Courtagen, Umsatz- und Börsenabgabe. Fonds mit Ausgabekommission, Rücknahmekommission und Managementgebühr

Fonds: Gebühren für Ausgabe, Rücknahme und Verwaltung

Die meisten Anleger nutzen zur Geldanlage Anlagefonds wie zum Beispiel Aktienfonds, Obligationenfonds oder Anlagestrategiefonds. Diese werden wie andere Wertschriften in einem Depot geführt. Sie benötigen also auch dann ein Wertschriftendepot, wenn dieses nur Fondsanteile enthalten soll. Auch hier fallen diverse Gebühren an. Die direkten Kosten werden Ihnen direkt belastet: 

Ausgabekommission

Eine Ausgabenkommission ist eine einmalige Gebühr bei der Zeichnung eines Fondsanteils. Diese wird in dem Moment fällig, wo Sie Geld in das Produkt investieren. Die Höhe der Kommission wird von der Bank bestimmt und ist in der Regel auch von der Investitionssumme abhängig. Meist wird diese in Prozent angegeben und direkt vom Kapital, das Sie in den Fonds investieren, abgezogen. Bei PostFinance beträgt die Ausgabekommission 1% (bzw. 0,5% beim Privatkonto Plus)

Rücknahmekommission

Viele Anlagefonds erheben auch eine Rücknahmekommission, die anfällt, wenn Sie Ihre Anteile Ihres Fonds wieder zurückgeben. Die Funktionsweise ist ähnlich wie bei der Ausgabekommission. PostFinance erhebt diese Kommission nicht.

Depotgebühren

Viele Banken verrechnen auch für Fondsdepots eine jährliche Depotgebühr. Auch hier lohnt sich ein Vergleich.

Umsatzabgabe

Anders als beim Handel über die Börse existiert die Umsatzabgabe für in der Schweiz domizilierte Fonds nicht. Lediglich bei der Zeichnung von Fonds mit ausländischem Domizil fällt für den Anleger eine Abgabe von 0,15% an. 

Zu diesen direkten Kosten kommen indirekte Kosten wie die Depotbankkommissionen und Kosten für administrative Aufwände hinzu, welche vom Fondsvermögen abgezogen werden.

Total Expense Ratio (TER) - Gesamtübersicht über die indirekten Kosten

Für alle Fonds muss die «Total Expense Ratio» (TER) ausgewiesen werden. Sie gibt Auskunft über die Höhe der Kosten, die jährlich direkt vom Fondsvermögen abgezogen werden. Je nach Produkt arbeitet ein Fondsmanager laufend an der Zusammenstellung des Portfolios. Dafür wird eine Verwaltungskommission erhoben, die unter anderem davon abhängig ist, ob der Investmentfonds aktiv bewirtschaftet wird oder passiv an einen Leitindex angebunden ist. Passiv gemanagte Fonds sind oft deutlich günstiger in Bezug auf die Verwaltungskommissionen, weil für den Fondsmanager weniger Aufwand anfällt. Die TER  ist eine wichtige Kennzahl bei der Auswahl von Anlagefonds. Sie ist jeweils im Factsheet aufgeführt. Je nach Produkt liegt sie in der Regel zwischen 0,5 und 2,0%. Dieser Prozentsatz wird jährlich vom gesamten Fondsvermögen abgezogen, die absolute Höhe der Kosten hängt also von der Grösse Ihrer Investition ab. Die Höhe der TER ist für die langfristige Rendite eines Fonds entscheidend. Beim Vergleich der Renditen von Fondsprodukten sollten Sie stets darauf achten, dass Sie die kostenbereinigten Zahlen einander gegenüberstellen.

Diese Grafik zeigt die Formel des Total Expense Ratio (TER). Total Expenxe Ratio = Total Fondsgebühren durch Total Fondsvermögen.

Kostenkontrolle lohnt sich in jedem Fall

Ob Sie auf aktive oder passive Anlagefonds setzen oder gar die Wertpapiere selbst auswählen und direkt über die Börse handeln wollen, hängt von Ihren Präferenzen ab. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel «Aktives oder passives Fondsmanagement – was passt zu mir?». Bei jeder Anlagestrategie lohnt sich aber ein genauer Vergleich der Kosten, die bei der Umsetzung anfallen.

Welche Kosten bei PostFinance beim Handel an der Börse via E-Trading anfallen, erfahren Sie unter «Courtagen und Gebühren». Die Kosten im Fondsgeschäft finden Sie auf der Seite «Fonds» im Menü «Preise und Konditionen».

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