10.10.2018

Strukturierte Produkte zur Ergänzung Ihres Portfolios

Strukturierte Produkte sind spezielle, sehr flexibel gestaltbare Anlageinstrumente. Sie sind in der Lage, jede beliebige Erwartungshaltung an die Marktentwicklungen abzubilden. Sie können auch auf jedes beliebige Risikoprofil eingehen. Einfach gesagt: Wenn Sie Aktien kaufen, machen Sie nur Gewinn, wenn die Kurse steigen. Ein strukturiertes Produkt kann sich auch lohnen, wenn Börsenkurse fallen oder sich seitwärts bewegen.

Grösste Flexibilität dank strukturierter Produkte

Die sogenannten «Strukis» sind Alternativen zu direkten Finanzanlagen wie Aktien oder Obligationen. Ihre Flexibilität entsteht durch die Kombination eines klassischen Finanzprodukts als Basiswert (z.B. Aktien oder Obligationen) mit einem Derivat. So entstehen neue, individuelle Anlagelösungen für unterschiedlichste, auch anspruchsvolle Marktumfelder und -szenarien. In der Schweiz sind über 30'000 verschiedene strukturierte Produkte kotiert, und es entstehen laufend neue. Die Schweiz ist übrigens gemessen am Anlagevolumen der weltweit grösste Markt für Strukis.

Die Aussage «Strukturierte Produkte sind riskant», die man oft hört, gilt nicht generell. Tatsache ist: Der Markt an strukturierten Produkten ist so gross, dass es schwierig ist, den Durchblick zu behalten und diejenigen Produkte zu finden, die dem eigenen Risikoprofil entsprechen. Die Risikoklassen des Schweizerischen Verbands für Strukturierte Produkte (SVSP) können dabei helfen: Hier werden strukturierte Produkte in sechs verschiedene Risikoklassen eingeteilt, von tief (vergleichbar mit Geldmarktanlagen) bis sehr hoch (vergleichbar mit Optionen). Angegeben wird das Risiko mit einer Zahl zwischen 1 und 6, auf Basis des VAR (Value at Risk). Die transparente Risikobeurteilung macht es Anlegern einfacher, ihr Risiko gezielt zu steuern. Sogenannte Hebelprodukte z.B. bergen in der Regel ein erhöhtes Risiko und sind deshalb eher für Spekulanten geeignet, wohingegen es Kapitalschutzprodukte gibt, deren Risiko mit dem von Obligationen vergleichbar ist.

Vorteile: Zugang zu neuen Märkten und Transparen

Strukturierte Produkte erlauben auch den erleichterten Zugang zu Anlageklassen wie beispielsweise Rohstoffe und Immobilien oder aufstrebende Regionen, in die sonst nur institutionelle Anleger investieren können. Und: Sie erlauben es Anlegern, bereits mit kleinen Beiträgen in diese Anlageklassen zu investieren.

Ein weiterer Vorteil ist die Transparenz. Für jede Marktentwicklung, die das strukturierte Produkt abdeckt, ist schon beim Kauf festgelegt, was am Ende der Laufzeit ausbezahlt wird. Der Erfolg ist also von den Bewegungen des Marktes und der Bonität des Emittenten abhängig und nicht von der Kompetenz eines Managers. Dafür können die Nebenkosten (Gebühren) im Vergleich zu anderen Finanzprodukten je nach Produktkategorie eher hoch und teilweise intransparent sein. Je nach Produkt fallen die Nebenkosten aber auch günstiger aus als beispielsweise die Gebühren für aktiv verwaltete Fonds.

Bonität des Emittenten als wichtiges Kriterium

Rechtlich gesehen sind strukturierte Produkte Schuldverschreibungen der Emittenten, also der Herausgeber der Produkte. Diese haften mir ihrem ganzen Vermögen. Die Qualität eines strukturierten Produkts ist darum stark von der Bonität des Herausgebers abhängig. Im Gegensatz zu Fonds sind strukturierte Produkte nicht als Sondervermögen klassifiziert, das rechtlich vom Vermögen des Herausgebers getrennt ist.

Strukturierte Produkte zur Verbreiterung des Portfolios

Betrachten Sie strukturierte Produkte als Ergänzung zu Ihrem Portfolio. Sie sind eine Möglichkeit, die Risiken Ihrer Investitionen breiter zu streuen oder in Ihrem Portfolio spezifische Akzente zu setzen. Nur auf Strukis zu setzen, ist aufgrund des damit verbundenen Risikos nicht empfehlenswert. Informieren Sie sich vertieft über die Qualität des Emittenten und lassen Sie sich auf jeden Fall beraten, wenn Sie als Anleger oder Anlegerin noch wenig Erfahrung mit strukturierten Produkten gesammelt haben.

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