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Erstellt am 19.07.2019

Marktüberblick

An den Börsen ging es im letzten Monat kräftig aufwärts. Für die gute Stimmung sorgten neben der Politik auch die Zentralbanken. Diese werden nicht müde, ihre Unterstützung zu signalisieren. Aktien- und Obligationenkurse setzten ihren Höheflug fort. Die stärksten Kursgewinne verzeichneten Schweizer Immobilienfonds und Gold. Der Preis für eine Unze Gold erreichte den höchsten Wert in fünf Jahren. Sommerflaute herrschte hingegen an den Devisenmärkten. An den Devisenmärkten war wenig Bewegung auszumachen. Unter den Hauptwährungen war es vor allem das britische Pfund, das mit Verlusten von mehreren Prozent auffiel. Ansonsten entwickelte sich der Franken etwas stärker, und der US-Dollar konnte seine hohe Bewertung mehrheitlich beibehalten.

  • In der Schweiz erreichen die Börsen neue Allzeithochs. Auch an der Wall Street wurden jüngst neue Rekorde erzielt. Die Erholung der Aktienkurse wird nicht von steigenden Unternehmensgewinnen begleitet. Damit werden die Aktien erst recht teuer.

    Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken

    100 = 01.01.2019

    Diese Grafik stellt die Wertentwicklungen der Aktienmärkte Schweiz, Welt und Schwellenländer in Franken dar. Die Rückschläge, welche die Märkte im Mai erlitten hatten, wurden im letzten Monat mehrheitlich wieder wettgemacht. In den USA und in der Schweiz erreichten die Börsen sogar neue Rekordstände.
    Quelle: Thomson Reuters Datastream

    Die Aktienmarkthausse weitete sich im letzten Monat in diejenigen Regionen aus, die im Mai besonders unter dem wiederaufgeflammten Handelsstreit zwischen China und den USA gelitten hatten. Dazu zählen neben den asiatischen auch die europäischen Märkte. Schweizer Aktien büssten ihren Vorsprung gegenüber dem Weltaktienmarkt jüngst etwas ein. Die defensiven Schweizer Aktien werden von den Anlegern jedoch weiterhin gesucht.

    Kurs-Gewinn-Verhältnis

    Die Abbildung zeigt das Kurs-Gewinn-Verhältnis, abgekürzt KGV, für die Aktienmärkte Schweiz, Welt und Schwellenländer seit dem Jahr 2000. Seit der Finanzkrise sind diese für den Weltaktienmarkt und die Schwellenländer tendenziell gefallen und liegen nahe oder unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Hoch ist hingegen das KGV für Schweizer Titel. Der Schweizer Aktienmarkt gehört damit zu den teuersten Märkten.
    Quelle: Thomson Reuters Datastream

    Die steigenden Kurse haben auch zu höheren Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) geführt. Besonders Schweizer und amerikanische Titel sind mittlerweile im Vergleich zum historischen Durchschnitt teuer geworden. Besser sieht es bei Schwellenlandaktien aus. Diese sind im historischen Vergleich relativ günstig.

    Momentumstärke einzelner Märkte

    In Prozent

    Die Darstellung bildet die Momentumstärke einer Vielzahl von Märkten ab. Für die meisten Börsen liegt das hier dargestellte Momentumsmass derzeit zwischen 2 und 6 Prozent. Die USA, Australien und die Schweiz können mit einer relativ starken Marktdynamik auftrumpfen, während Hongkong und Grossbritannien mit vergleichsweise schwachem Momentum zu kämpfen haben.
    Quelle: Thomson Reuters Datastream

    Wie stark die Aktienmarktdynamik zurzeit ist, zeigt sich auch in dieser Grafik. Das Momentum ist positiv für alle Börsen. Am schwächsten ist die Dynamik in Grossbritannien, wo weiterhin die Gefahr eines ungeordneten Brexits die Kurse belastet. Weit über dem Durchschnitt der letzten 240 Tage bewegen sich die Aktienkurse hingegen in den Vereinigten Staaten, in Australien und in der Schweiz.

  • Der rasante Rückgang der Renditen auf sicheren Staatsobligationen ist ins Stocken geraten. Die Kursübertreibungen der letzten Wochen werden damit etwas korrigiert. Riskantere Obligationen legten in den letzten Wochen hingegen deutlich an Wert zu. Dazu zählen Obligationen von Unternehmen und Schwellenländern.

    Indexierte Wertentwicklung 10-jähriger Staatsobligationen in Franken

    100 = 01.01.2019

    Diese Grafik stellt die indexierte Wertentwicklung von Staatsobligationen in Schweizer Franken aus der Schweiz, den USA und Deutschland dar. Der Aufwärtstrend, der nun schon seit fast einem Jahr anhält, hat sich im Juni fortgesetzt. Im Juli hat jedoch eine deutliche Gegenbewegung eingesetzt.
    Quelle: Thomson Reuters Datastream

    Der scheinbar unaufhaltsame Kursanstieg von sicheren Staatsanleihen scheint vorerst gestoppt. Das Ausmass der Kursgewinne seit Oktober 2018 bleibt dennoch aussergewöhnlich. In den letzten 20 Jahren wurden Kursgewinne von diesem Ausmass nur während Rezessionen oder starken Börsenmarktkorrekturen erzielt.

    Entwicklung der 10-jährigen Verfallsrenditen

    In Prozent

    Die Darstellung zeigt die Entwicklung der langfristigen Renditen auf Staatsobligationen der Schweiz, der USA und Deutschlands. Schon seit den 80er-Jahren befinden sich diese in einem Abwärtstrend. Nachdem vor drei Jahren ein erster Tiefststand erreicht wurde, stiegen die Verfallsrenditen zwischenzeitlich wieder an. In den letzten Monaten sind sie aber wieder stark gesunken.
    Quelle: Thomson Reuters Datastream

    In Europa und in der Schweiz erreichten die Renditen auf Staatsanleihen zu Beginn des Monats Juli neue Tiefststände. Das tiefe Zinsniveau limitiert zukünftige Kursgewinne in Europa und in der Schweiz. In den Vereinigten Staaten, wo das Zinsniveau weiterhin über demjenigen Europas liegt, ist das Kursgewinnpotenzial entsprechend höher.

    Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen

    In Prozentpunkten

    In dieser Darstellung ist die Differenz zwischen den Verfallsrenditen von Staats- und Unternehmensobligationen in US-Dollar, Euro und Franken abgebildet. Seit Jahren liegen diese sogenannten Risikoaufschläge auf tiefen Niveaus. Das bedeutet, dass Unternehmensobligationen ähnlich stark gefragt sind wie Staatsobligationen. Damit profitieren die Unternehmen ebenso stark vom Rückgang der Renditen wie die Staaten.
    Quelle: Bloomberg, Thomson Reuters Datastream

    Den Aufschlag, welche Unternehmen auf ihren Obligationen im Vergleich zu Staaten bezahlen, bleibt tief. Damit profitieren die Unternehmen ebenso stark vom Rückgang der Renditen wie die Staaten. Die Differenz zwischen den Verfallsrenditen, welche Staaten und Firmen bezahlen, spiegelt die Risikobereitschaft der Märkte wider.

  • Die Kurse Schweizer Immobilienfonds haben in den letzten Wochen stark an Wert zugelegt. Die anhaltend tiefen Zinsen sorgen für das grosse Anlegerinteresse an Immobilienfonds. Die Aufpreise auf den Fonds sind jüngst wieder gestiegen. Das tiefe Zinsniveau rechtfertigt jedoch die hohen Aufpreise.

    Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds

    100 = 01.01.2019

    Die Abbildung zeigt die indexierte, durchschnittliche Wertentwicklung von kotierten Schweizer Immobilienfonds im letzten Jahr. 2018 war ein holpriges Jahr für diese Anlagen, 2019 sieht bisher viel besser aus. Seit Jahresbeginn sind die Kurse von Immobilienfonds im Durchschnitt knapp 15 Prozent gestiegen.
    Quelle: Thomson Reuters Datastream

    Das tiefe Zinsniveau verleiht Immobilienanlagen viel Rückenwind. Die Kurse von kotierten Schweizer Immobilienfonds sind im letzten Monat stark gestiegen. Seit Jahresbeginn haben die Fonds durchschnittlich fast 15% an Wert gewonnen. Einzelne Fonds weisen Kursgewinne seit Jahresbeginn von bis zu 25% auf.

    Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen

    In Prozent

    In dieser Abbildung ist die Verfallsrendite von 10-jährigen Schweizer Staatsobligationen und der Aufpreis, den Anleger in der Schweiz für kotierte Immobilienfonds bezahlen abgebildet. Dieser Aufpreis, auch Agio genannt, ist seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Der starke Rückgang des Zinsniveaus rechtfertigt ein höheres Agio aus unserer Sicht.
    Quelle: Bloomberg, Thomson Reuters Datastream

    In der Schweiz bezahlen Anleger einen Aufpreis zum Wert der in den Fonds enthaltenen Immobilien. Dieser Aufpreis ist im Zuge der jüngsten Kurssprünge von Immobilienfonds auf über 20% gestiegen. Als das Zinsniveau 2016 ähnlich tief war, lagen die Aufpreise bei durchschnittlich 25%.

    Leerstandsquote und Immobilienpreise

    Diese Grafik beinhaltet die Leerstandsquote von Schweizer Wohnimmobilien und Preisindizes für Einfamilienhäuser, Mietobjekte und Wohnungen. Sowohl die Leerstandsquote als auch die Preisindizes steigen seit einem Jahrzehnt an. In den letzten Jahren sind Wohnungs- und Mietpreise jedoch leicht gesunken.
    Quelle: Thomson Reuters Datastream

    In der Schweiz übersteigt das Immobilienangebot die Nachfrage. Darauf deutet die Leerstandsquote hin, die seit zehn Jahren stetig ansteigt. Das ist nicht ohne Wirkung auf die Immobilienpreise geblieben. Sowohl Wohnungen wie Mietobjekte verzeichneten zuletzt Preisrückgänge bei den Transaktionen. Einfamilienhäuser konnten sich diesem Trend vorerst entziehen, da sie vermietet werden und damit als Anlageobjekt weniger geeignet sind.

  • An den Devisenmärkten herrscht Sommerflaute. Am meisten Bewegung verzeichneten in den letzten Wochen Schwellenlandwährungen, die an Wert zulegen konnten. Der Goldpreis ist in den letzten Wochen stark gestiegen. In Franken gemessen führt das seit Jahresbeginn zu einem Plus von 10%.

    Währungspaar Kurs KKP Neutraler Bereich Bewertung
    Währungspaar
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    Neutraler Bereich
    0,81 – 1,04
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    1,27 – 1,67
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    Krone unterbewertet
    Währungspaar
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    KKP
    1,28
    Neutraler Bereich
    1,11 – 1,45
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    Neutraler Bereich
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    Bewertung
    Yen unterbewertet
    Währungspaar
    USD/CNY
    Kurs
    6,92
    KKP
    6,26
    Neutraler Bereich
    6,03 – 6,48
    Bewertung
    Renminbi unterbewertet

    Quelle: Bloomberg, Thomson Reuters Datastream

    Grosse Bewegungen blieben an den Währungsmärkten in den letzten Wochen mehrheitlich aus. Einzig das britische Pfund kämpfte mit weiteren deutlichen Verlusten. Damit erscheint es nun wieder ausserordentlich günstig. Doch die Unsicherheiten aufgrund des immer noch ungewissen Brexits dürften die britische Währung weiterhin belasten.

    Der Dollar ist die am stärksten überbewertete Währung gemessen an der Kaufkraftparität. Das zeigt sich beispielsweise im Wechselkurs gegenüber dem Euro. Auch der Franken ist mittlerweile wieder ziemlich stark. Gegenüber dem Euro liegt der aktuelle Kurs rund 6% unter der Kaufkraftparität. Über die lange Frist kann erwartet werden, dass sich solche Bewertungsungleichgewichte auflösen werden.

    Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken

    100 = 01.01.2019

    Diese Darstellung zeigt die indexierte Wertentwicklung von Gold in Schweizer Franken. In den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres entwickelte sich das Edelmetall äusserst positiv. Danach verlor es allerdings etwas an Wert, um im letzten Monat nochmals kräftig zuzulegen. Im Juli kletterte der Preis für eine Unze Gold zum ersten Mal in fünf Jahren über die 1400-Dollar-Marke.
    Quelle: Thomson Reuters Datastream

    Mit einem Anstieg von 5% gehörte das Gold zu den besten Anlageklassen im letzten Monat. Zum ersten Mal seit 2014 kletterte der Preis für eine Unze Gold über die 1400-Dollar-Marke. Für technisch-orientierte Anleger handelt es sich dabei um eine wichtige Limite, die damit überschritten wurde.

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