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Erstellt am 24.05.2019

Marktüberblick

Nach dem starken Anstieg seit Jahresbeginn sind die Börsen im letzten Monat ins Wanken gekommen. Aktien mussten im Allgemeinen Verluste einstecken. Dafür konnten wenig riskante Anlagen wie Staatsobligationen an Wert zulegen. Gold und Immobilienfonds verzeichneten ebenfalls Kursgewinne. An den Devisenmärkten setzte der US-Dollar seinen starken Kurs fort. Auch der japanische Yen konnte sich dank den Unsicherheiten an den Aktienmärkten um einige Prozent aufwerten.

  • Die meisten Börsen erfuhren in den letzten Wochen je nach Region unterschiedlich schwere Verluste. Titel aus Schwellenländern verloren etwa 6%. Schweizer Aktien gewannen dagegen knapp an Wert. Dadurch hat sich das Momentum in den meisten Märkten etwas verschlechtert. Negativ ist es allerdings noch nicht.

    Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken

    (100 = 01.01.2019)

    Diese Grafik stellt die Wertentwicklungen der Aktienmärkte Schweiz, Welt und Schwellenländer in Franken dar. Nach der Korrektur gegen Ende 2018 entwickelten sich die Börsen in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres stark. Nun hat das Vorzeichen gedreht. Innert weniger Tage fielen die meisten Märkte um einige Prozent.

    An den Weltaktienmärkten ist der kräftige Aufschwung, der seit Jahresbeginn das Börsenbild prägte, jüngst unterbrochen worden. Die grössten Verluste verzeichneten im letzten Monat Schwellenländer, gefolgt von Grossbritannien und der Eurozone. Dem Trend entziehen konnte sich die Schweiz, die ein knappes Plus verbuchte. Seit Anfang Jahr bleiben für Aktien aus Industrieländern immer noch klar zweistellige Kursgewinne.

    Kurs-Gewinn-Verhältnis

    Die Abbildung zeigt das Kurs-Gewinn-Verhältnis, abgekürzt KGV, für die Aktienmärkte Schweiz, Welt und Schwellenländer seit dem Jahr 2000. Von der Finanzkrise bis Ende 2018 sind die KGV für diese drei Märkte mit einigem Auf und Ab gestiegen. Die Kurseinbrüche in den letzten Monaten des vergangenen Jahres liessen die KGV jedoch wieder auf mittlere Werte zurückfallen. Heute liegen sie nur leicht höher als Anfang Jahr.

    Mit den Verlusten an den Aktienmärkten sind auch die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) etwas zurückgekommen. Schweizer Aktien bleiben historisch gesehen teuer, während die Bewertungen für den Weltaktienmarkt und die Schwellenländer nahe ihrem langfristigen Durchschnitt liegen. 

    Momentumstärke einzelner Märkte

    In Prozent

    Die Darstellung bildet die Momentumstärke einer Vielzahl von Märkten ab. Die weltweiten Unsicherheiten haben das Momentum im Vergleich zum Vormonat nach unten gedrückt. Besonders stark ging das Momentum in den Schwellenländern zurück. Für die meisten Märkte liegt die Momentumstärke derzeit bei etwa 2.5%.

    Das Momentum der Aktienmärkte bleibt trotz den jüngsten Verlusten positiv. Einzig Japan und die Schwellenländer verzeichnen einen 10-Tages-Durchschnitt, der unter dem der letzten 240 Tage liegt. Dass das Momentum bei den Schwellenlandaktien relativ stark gesunken ist, liegt daran, dass Asien – und damit viele für den Index wichtige Schwellenländer – relativ hart von der jüngsten Korrektur getroffen wurden.

  • Im letzten Monat konnten die meisten Obligationen an Wert gewinnen. Am besten schnitten dabei Papiere von Schuldnern mit höherer Kreditwürdigkeit ab. Dadurch bleiben die Renditen auf historisch tiefen Niveaus und sowohl Staats- als auch Unternehmensobligationen teuer.

    Indexierte Wertentwicklung 10-jähriger Staatsobligationen in Franken

    100 = 01.01.2019

    Diese Grafik stellt die indexierte Wertentwicklung von 10-jährigen Staatsobligationen in Schweizer Franken aus der Schweiz, den USA und Deutschland dar. Schon seit einem Jahr gewinnen diese mehr oder wenig stetig an Wert. Besonders gilt das für amerikanische Titel. Das dortige, relativ hohe Niveau der Renditen erlaubt mehr Kursgewinne als hierzulande.

    Sichere Obligationen konnten seit Mitte April weiter an Wert gewinnen. Damit kompensierten sie die leicht sinkenden Aktienmärkte und bestätigten ihre Wichtigkeit für das Portfolio. Allerdings konnten nicht alle Staatsobligationen gleich stark zulegen. Riskantere Schuldpapiere, wie beispielsweise solche aus Italien, verzeichneten Kursverluste.

    Entwicklung der 10-jährigen Verfallsrenditen

    In Prozent

    Die Darstellung zeigt die Entwicklung der langfristigen Verfallsrenditen für die Schweiz, die USA und Deutschland. Seit Jahrzehnten bewegen sich diese nun schon abwärts. Nachdem Mitte 2016 scheinbar ein Tiefststand erreicht worden war, stiegen die Verfallsrenditen zeitweise. In den letzten Monaten fielen sie aber, sodass sie heute fast wieder auf dem Niveau von 2016 liegen.

    Die Verfallsrenditen bleiben auf historisch äusserst tiefen Niveaus. Für langfristige Anleger ist das ein Problem, da Obligationen damit verhältnismässig teuer sind. Höhere Renditen sind derzeit nur bei riskanteren Schuldpapieren oder Immobilien zu finden. Diese attraktiveren Ausschüttungen bringen aber das Risiko stärkerer Kursschwankungen mit sich.

    Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen

    In Prozentpunkten

    In dieser Darstellung ist die Differenz zwischen den Zinsen von durationsadjustierten Staats- und Unternehmensobligationen in US-Dollar, Euro und Franken abgebildet. Diese sogenannten Risikoaufschläge liegen nun schon seit Jahren auf tiefen Niveaus. Im Zuge der Marktturbulenzen Ende 2018 stiegen sie zwar zwischenzeitlich an, mitterweile sind sie aber wieder gefallen.

    Wenig Bewegung war jüngst bei den Risikoaufschlägen von Unternehmensobligationen auszumachen. Diese sind in der Schweiz und der Eurozone weiter gesunken, während sie in den USA leicht anstiegen. Das langfristig gesehen tiefe Niveau deutet darauf hin, dass die Obligationenmärkte derzeit keine Rezession erwarten.

  • Immobilienanlagen tendierten in den letzten Wochen seitwärts. Seit Jahresbeginn gehören sie zusammen mit Aktien aber zu den grössten Gewinnern. Die effektiven Preise von Immobilien bilden sich vor dem Hintergrund eines steigenden Angebots zurück. Einfamilienhäuser bilden dabei die Ausnahme.

    Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds

    100 = 01.01.2019

    Die Abbildung zeigt die indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds im letzten Jahr. Der ausgeprägte Aufwärtstend, der Immobilienanlagen Anfang Jahr erfasst hatte, blieb zuletzt ungebrochen. Zwar fielen die Gewinne nur schwach aus, trotzdem konnten sich die Fonds den Unruhen an den Börsen entziehen. Seit Jahresbeginn resultiert ein Plus von über 10%

    Indirekte Schweizer Immobilienanlagen konnten entgegen den Aktienmärkten im vergangenen Monat knapp an Wert gewinnen. Ihr starker Aufwärtstrend seit Jahresbeginn bleibt damit ungebrochen. Vorausblickend dürften Immobilienfonds weiter von den anhaltend tiefen Verfallsrenditen von Obligationen profitieren. Diese versuchen Anleger mehr und mehr durch höher rentierende Anlagen zu ersetzen.

    Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen

    In Prozent

    In dieser Abbildung ist die Verfallsrendite von 10-jährigen Schweizer Staatsobligationen und der Aufpreis auf den in Schweizer Immobilienfonds enthaltenen Immobilienobjekten zu sehen. Dieser Aufpreis, auch Agio genannt, ist zuletzt minimal gesunken, im historischen Vergleich aber hoch. Umgekehrt sind dafür die Verfallsrenditen von 10-jährigen Staatsobligationen derzeit sehr tief.

    Die Preise von Schweizer Immobilienfonds haben sich in den letzten Wochen kaum bewegt. Sie liegen derzeit gut 20% über dem Wert der darin enthaltenen Immobilienobjekte. Im Vergleich zu den Verfallsrenditen von 10-jährigen Staatsobligationen ist dieser Aufpreis vertretbar. Damit sind Immobilienfonds weder besonders teuer noch besonders günstig. 

    Leerstandsquote und Immobilienpreise

    Diese Grafik beinhaltet die Leerstandsquote von Schweizer Wohnimmobilien und Preisindizes für Einfamilienhäuser, Mietobjekte und Wohnungen. Sowohl die Leerstandsquote als auch die Preisindizes steigen seit einem Jahrzehnt an. In den letzten Jahren sind Wohnungs- und Mietpreise jedoch wieder gesunken.

    In der Schweiz übersteigt das Immobilienangebot die Nachfrage. Darauf deutet die Leerstandsquote hin, die seit zehn Jahren stetig ansteigt. Das ist nicht ohne Wirkung auf die Preise geblieben. Sowohl Wohnungen wie Mietobjekte verzeichneten zuletzt Preisrückgänge. Einfamilienhäuser konnten sich diesem Trend vorerst entziehen, da sie zur Vermietung und damit als Anlageobjekt weniger geeignet sind.

  • Die letzten Wochen waren an den Währungsmärkten vom Dollar geprägt. Der «Greenback» wertete zu den meisten anderen Devisen auf. Eine Ausnahme davon bildete der japanische Yen, der ebenfalls zulegen konnte. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten bescherten dem Gold leichte Zugewinne. Seit Jahresbeginn resultiert damit ein solides Plus von einigen Prozent.

    Währungspaar Kurs KKP Neutraler Bereich Bewertung
    Währungspaar
    EUR/CHF
    Kurs
    1,13
    KKP
    1,18
    Neutraler Bereich
    1,10 – 1,26
    Bewertung
    neutral
    Währungspaar
    USD/CHF
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    1,01
    KKP
    0,93
    Neutraler Bereich
    0,81 – 1,05
    Bewertung
    neutral
    Währungspaar
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    1,29
    KKP
    1,47
    Neutraler Bereich
    1,27 – 1,68
    Bewertung
    neutral
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    KKP
    1,07
    Neutraler Bereich
    0,93 – 1,27
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    Währungspaar
    SEK/CHF
    Kurs
    10,48
    KKP
    12,25
    Neutraler Bereich
    11,11 – 13,40
    Bewertung
    Krone unterbewertet
    Währungspaar
    NOK/CHF
    Kurs
    11,57
    KKP
    13,18
    Neutraler Bereich
    11,88– 14,47
    Bewertung
    Krone unterbewertet
    Währungspaar
    EUR/USD
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    1,12
    KKP
    1,27
    Neutraler Bereich
    1,10 – 1,43
    Bewertung
    neutral
    Währungspaar
    USD/JPY
    Kurs
    109,52
    KKP
    86,36
    Neutraler Bereich
    71,19 – 101,53
    Bewertung
    Yen unterbewertet
    Währungspaar
    USD/CNY
    Kurs
    6,88
    KKP
    6,28
    Neutraler Bereich
    6,07 – 6,50
    Bewertung
    Renminbi unterbewertet

    An den Währungsmärkten fiel jüngst wieder die Aufwertung des US-Dollars auf, der gegenüber praktisch allen Währungen um zwischen 1% und 4% stärker wurde. Bloss der Yen konnte gegenüber der US-Devise zulegen. Das wiederspiegelt die defensiven Qualitäten der japanischen Währung, die in turbulenten Zeiten zutage treten. 

    Werden für eine Währung einzelne Über- und Unterbewertungen zusammengerechnet, zeigt sich, dass der US-Dollar weiterhin stark überteuert ist. Der Euro verharrt gemessen an seinem fundamentalen Wert in neutralen Gewässern und auch der Franken tendiert seit Jahren nahe seinem neutralen Wert. Der Yen bleibt hingegen auf breiter Front deutlich unterbewertet. Historisch betrachtet ist es wahrscheinlich, dass sich Über- und Unterbewertungen im Laufe der Zeit abbauen. Folglich dürfte sich der Dollar in der langen Frist wieder abwerten. 

    Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken

    (100 = 01.01.2018)

    Diese Darstellung zeigt die indexierte Wertentwicklung von Gold in Schweizer Franken. Nach einem guten Jahresstart 2019 und einer darauffolgenden Korrektur, war die Preisentwicklung zuletzt von einer holprigen Seitwärtstendenz geprägt. Für den letzten Monat resultiert nun wieder ein Plus. Auch seit Anfang Jahr ergibt sich ein Zugewinn; sowohl in Franken als auch in Dollar.

    Gold konnte in den letzten Tagen wieder zulegen. Die leicht höheren Goldnotierungen sind wohl Ausdruck der Turbulenzen an den Finanzmärkten. Damit ist das Edelmetall seiner Rolle als Hort der Sicherheit in einem von Nervosität geprägten Umfeld gerecht geworden.

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