Diese Seite hat eine durchschnittliche Bewertung von %r von maximal 5 Sternen. Total sind %t Bewertung vorhanden.
Bewertung (%t)
Lesezeit 5 Minuten Lesezeit 5 Minuten
Erstellt am 24.05.2019

Vom Umgang mit politischen Risiken

Es lohnt sich nicht, auf jedes politische Ereignis zu reagieren. Im aktuellen Umfeld einer schwächelnden Wirtschaft und hohen Bewertungen von Finanzanlagen empfiehlt es sich aber, Risiken zu reduzieren.

Viele politische Ereignisse wirken sich kaum auf die Finanzmärkte aus. Ein gutes Beispiel dafür war der Entscheid der Briten im Juni 2016, die Europäische Union zu verlassen. Trotz grosser Befürchtungen vor dem Referendum reagierten die Börsen letztendlich nur kurzfristig auf den Volksentscheid.

Es gibt aber politische Ereignisse, die die Finanzmärkte nachhaltiger beeinflussen. Die aktuellen Streitereien zwischen China und den USA gehören dazu. So kann man die Erwartungen der Anleger, dass sich die beiden Länder einigen werden, an den Aktienkursen der letzten Monate ablesen. Natürlich spielten auch Wirtschaftsdaten und die Zentralbanken eine Rolle. Dennoch bleibt: Der Kurseinbruch an den Aktienmärkten im letzten Quartal des vergangenen Jahres hing auch mit den eingeführten und den angedrohten Zöllen zusammen. Als sich das Verhältnis zwischen beiden Fronten zum Jahresende dann entspannte, unterstützte dies die starke Erholung an den Börsen. Umgekehrt löste die jüngste erneute Eskalation der Gespräche an den Börsen Turbulenzen aus.

Politische Prognosen sind schwierig

Für Anleger besteht die Herausforderung darin, dass einzelne politische Ereignisse zwar Auswirkungen haben können, es aber äusserst schwierig ist, diese Geschehnisse und deren Wirkung vorherzusagen. Auch Prognosen zum Wirtschaftswachstum sind schwieriger als es oft dargestellt wird. Basierend auf den Absichten einer breiten Anzahl von Unternehmen und Personen lässt sich dann aber doch etwas über die kommenden Quartale sagen. Politische Entwicklungen hängen hingegen häufig von einzelnen Entscheidungen oder gar einzelnen Personen ab. Ein gutes Beispiel dafür ist die derzeitige amerikanische Regierung. Die nächsten Tweets von Donald Trump vorherzusagen ist offensichtlich nicht einfach.

Zurückhaltung ist angesagt

Wie geht man als Anleger mit dieser Unsicherheit um? Aus unserer Sicht sind mindestens zwei Punkte zu beachten. Erstens raten wir zur Zurückhaltung. Viele politische Nachrichten sind bloss Lärm ohne konkrete Relevanz für die Finanzmärkte. Doch auch wenn die Märkte auf ein Ereignis reagieren, ist es sehr schwer, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Zweitens muss das gesamte Umfeld betrachtet werden, um die Situation angemessen beurteilen zu können. Zu beachten ist dabei insbesondere, in welcher Verfassung die Volkswirtschaften und die Finanzmärkte sind und wie empfindlich diese auf negative Nachrichten reagieren.

Die aktuelle Situation rechtfertigt eine Risikoreduktion

Diese Überlegungen gelten gerade auch in der aktuellen Situation. Politische Ereignisse mit Potenzial für Verunsicherungen scheint es derzeit genügend zu geben. Der Blick in die Vergangenheit verrät, dass dies oft der Fall war – und dass es für sich alleine genommen selten ein guter Grund zur Aufregung war. Da die Kurse in den letzten Monaten aber stark gestiegen und die Bewertungen hoch sind, besteht nun deutliches Abwärtspotenzial. Auch die Wirtschaftslage ist nicht mehr genügend solide, als dass negative Ereignisse ohne Weiteres weggesteckt werden könnten. In solchen Zeiten lohnt es sich, nochmals etwas Risiko aus dem Portfolio rauszunehmen. Das tun wir.

Sie können die Seite mit 1 bis 5 Sternen bewerten. 5 Sterne ist die beste Bewertung.
Bewertung (%t)

Das könnte Sie ebenfalls interessieren