Diese Seite hat eine durchschnittliche Bewertung von %r von maximal 5 Sternen. Total sind %t Bewertung vorhanden.
Bewertung (%t)
Lesezeit 5 Minuten Lesezeit 5 Minuten
Erstellt am 24.05.2019

Starker Rückblick, getrübter Ausblick

In der Eurozone und in den USA ist das Wachstum des Volkseinkommens im Startquartal 2019 erfreulich ausgefallen. Jüngste Wirtschaftsdaten aus China enttäuschen hingegen. Schwächere weltweite Stimmungsdaten sorgen dafür, dass der konjunkturelle Spielraum nach unten begrenzt ist. Eine Rezession ist aber noch nicht absehbar.

  • Der Wirtschaftsausblick hat sich in der Schweiz im vergangenen Monat verschlechtert. Die Konsumentenstimmung verzeichnete nach der zwischenzeitlichen Verbesserung im Startquartal wieder einen Rückgang. Zur Abschwächung dieses Barometers trug bei, dass die Verbraucher die Situation am Arbeitsmarkt sowie die Job- und eigene Budgetsituation negativer einschätzten als zuvor. Auf Seiten der Unternehmen fiel der Einkaufsmanagerindex PMI im April erstmals seit 2015 in den Bereich, der eine negative Entwicklung der Industrie anzeigt. Dieses Niveau entspricht Signalen anderer Statistiken für die Industrie, die bereits seit Monaten an Boden verlieren. Für die nahe Zukunft können für die Gesamtwirtschaft aber weiterhin Wachstumsimpulse aus der Exportindustrie und dem Dienstleistungssektor erwartet werden.

    Wachstum, Stimmung und Trend

    In Prozent

    Die Grafik zeigt das Jahreswachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP), dessen Trend und einen vorlaufenden Konjunkturklimaindikator. Der letztgenannte Stimmungsbarometer hat sich zuletzt weiter verschlechtert. Im langfristigen Vergleich liegen die Werte aller drei Statistiken im mittleren Bereich und knapp unter 2%.

    Das Konjunkturklima in der Schweizer Wirtschaft liess im vergangenen Monat ein weiteres Mal nach. Die Stimmungswerte deuten für die kommenden Monate auf Wachstum nahe dem langfristigen Trend hin.

  • Im Startquartal 2019 ist das Wirtschaftswachstum in den USA gut ausgefallen. Dessen Zusammensetzung vermochte jedoch nicht zu überzeugen. So haben primär stärker schwankungsanfällige Komponenten wie die Staatsausgaben das Wachstum getrieben. Der private Konsum und die Investitionen als tragende Säulen der US-Wirtschaft entwickelten sich dagegen nur verhalten. Mit Blick auf die kommenden Monate sprechen neuste Daten für ein erneutes Anziehen des Konsums. Dieser fiel bereits Ende des ersten Quartals 2019 wieder merklich robuster aus. Darüber hinaus bleiben die Umfragewerte auf hohem Niveau und die Zahlen zum Arbeitsmarkt sind im April einmal mehr stark ausgefallen. Im Vergleich zum letzten Monat präsentiert sich dagegen die Lage bei den Unternehmen schwächer. Sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistungen verzeichnete die Stimmung einen Rückgang. Die schwächeren Zahlen der effektiven Industrieproduktion bestätigen die nachlassende Dynamik.

    Wachstum, Stimmung und Trend

    In Prozent

    Die Abbildung zeigt das Wachstum des realen amerikanischen BIP und dessen Trend sowie einen vorlaufenden Indikator für das Konjunkturklima dar. Nach überraschend starkem BIP-Wachstum im ersten Quartal 2019 haben sich im April die Umfragewerte bei den Konsumenten verbessert und bei den Unternehmen verschlechtert. Sie zeugen aber weiter von historisch hohem Optimismus.

    Im vergangenen Monat hat sich der Wirtschaftsausblick in den USA sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungssektor abgeschwächt. Unser Konjunkturklima für die gesamte US-Wirtschaft lässt für die nahe Zukunft leicht sinkendes Wachstum erwarten.

  • Gemäss ersten Schätzungen für das Wirtschaftswachstum ist die Eurozone erfolgreich ins neue Jahr gestartet. Noch sind keine Daten zu den einzelnen Teilen des BIP vorhanden. Die Zahlen aus den Mitgliedsländern deuten aber darauf hin, dass im Startquartal 2019 der Bausektor ein wichtiger Wachstumstreiber war. Das gilt vor allem für Deutschland, der grössten europäischen Volkswirtschaft. Nebst dem Privatkonsum sorgten dort dank dem milden Wetter die Bauten dafür, dass sich die Wirtschaft von der Wachstumsschwäche im zweiten Halbjahr 2018 spürbar erholen konnte. Neue Stimmungsdaten deuten in der Eurozone aber einmal mehr auf ein schwächeres Wirtschaftsumfeld hin. Im April deutlich verloren hat ein weiteres Mal die Industrie. Doch auch bei den Konsumenten und im Detailhandel verzeichneten die Umfragebarometer tiefere Werte.

    Wachstum, Stimmung und Trend

    In Prozent

    Die Darstellung bildet das Wachstum des realen BIP, dessen Trend und einen vorlaufenden Indikator für das Konjunkturklima für die Eurozone ab. Obschon sich die Stimmung in der Eurozone jüngst deutlich verschlechtert hat, bleibt sie im langfristigen Vergleich nach wie vor auf hohem Niveau.

    In der Eurozone ist das Konjunkturklima im April ein weiteres Mal leicht gesunken. Die vorläufigen BIP-Wachstumszahlen aus dem Startquartal 2019 legen jedoch nahe, dass die Eurozone positiv ins neue Jahr gestartet ist.

  • In China enttäuschten die neusten Wirtschaftsdaten. In der Industrie ist das Wachstum der Gesamtproduktion tiefer ausgefallen. Im April abgeschwächt hat sich auch die Stimmung bei den Industrieunternehmen. Die Wachstumszahlen zu den Investitionen legen nahe, dass die Versuche der Regierung die Wirtschaft anzukurbeln noch nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg im März fiel das Investitionswachstum im April wieder zurück. Von der Inlandsnachfrage kamen im April gemischte Signale: Während die Importe robust wuchsen, enttäuschten die Detailhandelszahlen. Mit Blick auf weitere wichtige Schwellenländer hat in Brasilien der stimmungsseitige Schub aus der Wahl von Jair Bolsonaro unterdessen nachgelassen. In Russland fielen die Wachstumszahlen für das Startquartal derweil schwach aus.

    Wachstum, Stimmung und Trend

    In Prozent

    Diese Grafik zeigt für einen Durchschnitt von Schwellenländern das Wachstum des realen BIP, dessen Trend und einen vorlaufenden Indikator für das Konjunkturklima. Nach Jahren hohen Wachstums hat die wirtschaftliche Dynamik wie zu erwarten deutlich nachgelassen. Damit bleibt sie nahe ihrem langfristigen Trend.

    In den Schwellenländern hat sich die Stimmung im vergangenen Monat heterogen entwickelt. Stimmungsseitig zu den Verlierern zählten die BRIC-Staaten. Aktuell signalisiert das Konjunkturklima ein stabiles Wachstum.

Globale Konjunkturdaten

Indikatoren
Schweiz
USA
Eurozone
GB
Japan
Indien
Brasilien
China   
BIP J/J 2018Q4
1,5%
3,0%
1,1%
1,4%
0,2%
6,6%
1,1%
6,4%
BIP J/J 2019Q1
N/A
3,2%
1,2%
1,8%
0,8%
N/A
N/A
6,4%
Konjunkturklima
+
-
+
-
+
+
+
-
Trendwachstum
1,5%
2,0%
1,2
1,8%
0,8%
7,0%
0,6%
5,9%
Inflation
0,7%
2,0%
1,7%
1,9%
0,5%
2,9%
4,9%
2,5%
Leitzinsen
-0,75%
2,44%
0,00%
0,75%
-0,10%
6,00%
6,50%
4,35%
Sie können die Seite mit 1 bis 5 Sternen bewerten. 5 Sterne ist die beste Bewertung.
Bewertung (%t)

Das könnte Sie ebenfalls interessieren