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Erstellt am 01.11.2018

So versteuern Sie Anlageerträge

Wer in- oder ausländische Wertschriften hält, muss in der Schweiz darauf meistens eine Einkommenssteuer bezahlen. Das bedeutet, dass die Erträge aus diesen Anlagen versteuert werden müssen. Dabei sind je nach Anlageinstrument und Ertragsform einige Unterschiede zu beachten.

Das Steuergesetz unterscheidet zwischen Kapitalertrag und Kapitalgewinn. Der Kapitalertrag umfasst Zinsen und Dividenden, die mit Obligationen, Aktien und Fonds generiert werden. Diese müssen Anleger als Einkommen versteuern. Die Kursgewinne, die mit diesen Wertschriften erzielt werden, müssen jedoch nicht versteuert werden.

Aus Steuersicht gilt grundsätzlich für alle Anleger: Ein möglichst geringes steuerbares Einkommen und möglichst hohe steuerfreie Kurssteigerungen sind ideal. Denn Kurssteigerungen gelten als Kapitalgewinne und müssen nicht versteuert werden. Auch Rückzahlungen aus Kapitalreserven und Nennwertreduktionen bei Aktien gelten als Kapitalgewinne.

Sonderfall thesaurierender Fonds

Wer Fonds hält, die Dividenden und Zinserträge an die Anleger ausschütten, bezahlt auf diese Einkommenssteuern. Thesaurierende Fonds stellen jedoch einen Sonderfall dar. Sie werfen keinen Kapitalertrag ab, da sämtliche Erträge aus dem Fonds gleich wieder in den Fonds reinvestiert werden. Trotzdem unterliegt er der Einkommenssteuer. Ein Teil des reinvestierten Einkommens muss versteuert werden. Die Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Steuerwerttabelle der Eidgenössischen Steuerverwaltung gibt Auskunft, wie gross dieser Teil ist.

Die Verrechnungssteuer: mehr Transparenz für versteuerte Vermögen

In der Regel fällt für alle Anlagen auch eine Verrechnungssteuer von 35% an. Diese ist eine vom Bund erhobene Quellensteuer, zum Beispiel auf Zinsen und Dividenden. Damit soll vor allem die Steuerhinterziehung eingedämmt und Einkünfte und Vermögenserträge transparent gemacht werden. Indem sie die Vermögenswerte korrekt in der Steuererklärung deklarieren, können Anleger durch die Verrechnung mit Kantons- oder Gemeindesteuern eine Rückerstattung der Verrechnungssteuer erwirken. Die Belastung durch diese Steuer ist also nicht endgültig.

Ausländische Wertpapiere: Quellensteuer beachten

Ein Sonderfall sind ausländische Wertpapiere, denn Erträge aus diesen Wertpapieren – zum Beispiel Dividenden – unterliegen der Quellensteuer des Herkunftslandes. Die Höhe dieser Steuer ist von Land zu Land unterschiedlich und kann stark variieren. Die USA erhebt zum Beispiel eine Quellensteuer von 30%, während Deutschland 26,375% erhebt. In anderen Ländern dagegen, wie Grossbritannien oder Australien, wird gar keine Quellensteuer fällig. Dividenden unterliegen in der Schweiz gleichzeitig auch einer Einkommenssteuer. Erhalten Sie als Anleger also Dividenden von US-Aktien, bezahlen Sie die US-Quellsteuer sowie die Schweizer Einkommensteuer. Dank dem Doppelbesteuerungsabkommen, das die Schweiz mit vielen Ländern hält, können Anleger diese doppelte Steuerlast umgehen. Einen Teil der Quellsteuer kann bei der Auszahlung ausländischer Dividenden abgezogen und an die Schweizer Einkommenssteuer angerechnet werden. Oft sind dies rund 15%. Was übrig bleibt, kann im Herkunftsland der Anlagen zurückgefordert werden – dies kann je nach Land ein komplizierter Prozess sein, der sich aufgrund von Kosten und Aufwand nur bedingt lohnt. Da eine Rückforderung der Quellsteuer auch rückwirkend möglich ist, kann die Quellsteuer auch für mehrere Jahre gesammelt und danach zurückgefordert werden, um Aufwand zu sparen.

Wer Anlagen besitzt und Erträge daraus erwirtschaftet, muss also Steuern bezahlen. Auch wenn es bei der Auswahl von Aktien, Fonds und Obligationen Potenzial zur Steueroptimierung gibt, ist es wichtig, diese korrekt in der Steuererklärung anzugeben und darauf zu achten, dass Sie bei ausländischen Anlagen nicht doppelt Steuern bezahlen.

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