Diversifikation

Wer clever verteilt, minimiert das Risiko

Produktmanager Patrick Wyttenbach erklärt, warum man auch beim Anlegen nie alle Eier in einen Korb legen soll.

Patrick Wyttenbach, was bedeutet Diversifikation und warum ist sie besonders wichtig, wenn es um die Geldanlage geht?

Der Begriff stammt aus der Wirtschaftswissenschaft und bedeutet einerseits, dass Wahlmöglichkeiten erhöht oder andererseits Risiken reduziert werden. Im Finanzbereich wird damit die möglichst breite Streuung der Gelder auf unterschiedliche Märkte, Branchen, Währungsräume und Titel verstanden. Damit reduziert man die Wahrscheinlichkeit, auf das falsche Pferd zu setzen, und ergreift die Chance, sollte sich ein Titel nicht wie gewünscht entwickeln, dass die Entwicklung der anderen Titel dies auffangen kann.

Das heisst also, man sollte nicht nur in eine Aktie oder ein Unternehmen investieren, sondern immer gleich in mehrere?

Richtig. Hier ein Beispiel: Da wir nicht wissen, wie sich das Wetter in den nächsten Monaten entwickeln wird, können wir in zwei Firmen investieren: einen Sonnen- und einen Regenschirmhersteller. So profitieren wir von allen Wetterlagen – zwar nicht gleich stark, wie wenn wir richtig liegen würden und nur in eine Firma investieren, jedoch reduzieren wir so das Risiko, falsch zu liegen. Dies gilt ebenso für die unterschiedlichen Anlageklassen, Regionen, Länder, Branchen oder Währungsräume, da diese jeweils von anderen Wirtschaftsfaktoren abhängig sind. Grundsätzlich gilt für die Diversifikation: je unterschiedlicher desto besser.

Bei grossen Anlagesummen kann man sich eine Streuung ja gut vorstellen. Aber wie mache ich das, wenn ich nur kleine Summen investieren kann?

Gerade wenn die Investitionssumme eher gering ist, ist es fast unmöglich, genügend unterschiedliche Einzeltitel oder Anlagen zu kaufen und eine gute Streuung zu erreichen. Auch kann es mit einem hohen Zeit- und Gebührenaufwand verbunden sein, die Gewichtung der Anlagen stets an die Marktentwicklung anzupassen. Abhilfe bieten hier Anlagefonds. Anlagefonds sind Pakete von Einzelanlagen, die je nach Ausrichtung unterschiedliche Anlageziele verfolgen. Dank Anlagefonds kann ein Anleger bereits mit kleinen Summen von hoher Diversifikation und Renditechancen – ganz nach seinen Präferenzen – profitieren. So werden beispielsweise Anlagestrategiefonds angeboten, die Bestandteile von Aktien und Obligationen aufweisen und deren Gewichtung kontrollieren. Andererseits gibt es auch Fonds, die ausschliesslich in Themen wie beispielsweise Technologiewerte investieren.

Nun gibt es ja auch bei Fonds eine grosse Auswahl. Wie weiss ich, welcher Fonds der richtige für mich ist?

Die Auswahl an Fonds ist tatsächlich riesig. Wichtig für die Wahl des entsprechenden Fonds sind die individuellen Präferenzen und Bedürfnisse des Kunden. Beispielsweise spielt die «Risikofähigkeit», also wie stark man auf die investierten Gelder angewiesen ist, eine grosse Rolle. Je weniger dies der Fall ist, desto höher ist die Risikofähigkeit. Aber auch die emotionale Fähigkeit, Schwankungen auszuhalten, ist wichtig. Dies wird im Fachjargon als «Risikobereitschaft» bezeichnet. Als weiterer Faktor spielt der Anlagehorizont eine Rolle. Je länger das Geld investiert wird, desto höher dürfen die Risiken und die damit einher gehenden höheren Renditechancen sein. Um das eigene Anlegerprofil zu ermitteln, stehen Onlinetools oder die persönlichen Beraterinnen und Berater zur Verfügung.

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